1918 – Aufstand für die Freiheit

Lesenswertes Sachbuch von Johannes Käppner, promovierter Historiker und Redakteur und Autor bei der Süddeutschen Zeitung, erschienen im Piper Verlag.

Die Revolution der Arbeiter und Soldaten von 1918 war eine historische Chance – dafür, ein demokratisches Deutschland zu schaffen, das stärker gewesen wäre als die Weimarer Republik. In wenigen Tagen erreichen sie, was der Sozialdemokratie in Jahrzehnten nicht gelungen war: die überlebte, autoritäre Ordnung des Kaiserreichs zu stürzen. Es ist die Tragödie der Revolution, dass ihre eigenen Führer sie fürchteten – zu Unrecht. Denn das Ziel der meisten Revolutionäre war nicht, wie es in der Rückschau oft erschien, ein kommunistisches Regime wie in Russland zu errichten. Das Aufbegehren in Deutschland hatte vor allem die Absicht, die alten Eliten der Kaiserzeit zu entmachten, besonders das Militär und die Kriegstreiber von 1914. Für einige wenige Wochen hat die Revolutionsregierung, geführt von der SPD, die Gelegenheit dazu – und nutzt sie nur halbherzig. So bleiben die Todfeinde der deutschen Demokratie mächtig, mit fatalen Folgen für die junge Republik.

Rezensionsnotiz Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2018

Joachim Käppners Buch führt Cord Aschenbrenner noch einmal vor Augen, dass die historische Chance zu etwas grundsätzlich Neuem 1918 bestanden hat. Die Sozialdemokraten, meint der Rezensent, seien nur allzu ordentlich vorgegangen, nicht mutig. Die Ehrenrettung der Revolution, die der Autor mit seinem Buch laut Aschenbrenner versucht, eindringlich, mit Mut zum prägnanten Urteil, aber eben auch mit Bedauern, glänzt laut Rezensent mit genauen Porträts der Sozialdemokraten-Protagonisten sowie packenden, auf mannigfachen Quellen fußenden Beschreibungen der Revolutionstage.

Rezensionsnotiz Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2018

Alexander Gallus wittert jubiläumstypisches Pathos bei Joachim Käppner, wenn der Historiker der Revolution von 1918 einen Platz im Pantheon deutscher Freiheitsbewegungen zuweisen will. Dass der Autor auf akademischen Jargon verzichtet und mit Anmerkungen spart, gefällt Gallus, zumal die Arbeit ihm dennoch mit Sorgfalt erstellt und auf der Höhe der Zeit scheint. Ob Käppner neue Synthesen zum Thema anzubieten hat, möchte er aber bezweifeln. Käppners Schilderungen der bekannten Vorgänge in Berlin im Winter 1918/1919 findet er kundig und aufgrund ihres kritischen Ansatzes lesenswert.

Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/joachim-kaeppner/1918-aufstand-fuer-die-freiheit.html

Am 3. August 2026 waren 70 Jahre seit dem Tod des Journalisten und Zeitungsherausgebers Erich Schairer im Schorndorfer Krankenhaus vergangen. Anlass, um die hier vorliegende, vor bald 30 Jahren begonnene Internetpräsenz etwas aufzufrischen. Hier publiziert sind Beiträge aus der 1920 von Erich Schairer in Heilbronn zunächst als „Die Heilbronner Sonntags-Zeitung“ gegründeten Wochenzeitung. Der Karikaturist Hans Gerner unterstreicht ab ca. 1925 mit seinen scharfen Holzschnitten den Kurs Erich Schairers „…gegen Kirchentum, Kapitalismus, Krieg und Gewaltherrschaft, für Geistesfreiheit, Gemeinwirtschaft, Gerechtigkeit und Frieden“. Ergänzend zu den Artikeln aus der Sonntags-Zeitung – deren Autoren mit einem * gekennzeichnet sind – wurden zahlreiche im Zusammenhang mit Erich Schairer stehende, von Zeitgenossen bzw. Nachkommen verfasste Beiträge in die hier vorliegende Sammlung aufgenommen.