Mit Vorbehalt

„Ich treib’s nicht so wie allenthalb
die tadelnswerte Menschensippe.
Ich tanze nicht ums goldne Kalb . . .“
— Schon wölbt zum Lob sich meine Lippe.

„Natürlich tut der Hunger weh“,
fügst du hinzu. „Auch muß man wohnen.
Und das bedingt denn je und je
gewisse kleine Konzessionen.“

— Ach so . . . ja freilich . . . Spleen ist Spleen.
Wer schlägt sich willentlich in Ketten?
. . . Du tänzelst also immerhin
um eine von den Kalbskoteletten?

1927, 44 Dr. Owlglaß

Sie regieren alle im Frack. Es hat deshalb nicht viel Sinn, Blusenmänner zu wählen.

1922, 39 Mauthe

Wenn das Ideal lediglich „Forderung“ bleibt, ist es gleichgültig, ob man von einem Rindsbraten oder dem Zukunftsstaat träumt.

1922, 48 Momos

Am 3. August 2026 waren 70 Jahre seit dem Tod des Journalisten und Zeitungsherausgebers Erich Schairer im Schorndorfer Krankenhaus vergangen. Anlass, um die hier vorliegende, vor bald 30 Jahren begonnene Internetpräsenz etwas aufzufrischen. Hier publiziert sind Beiträge aus der 1920 von Erich Schairer in Heilbronn zunächst als „Die Heilbronner Sonntags-Zeitung“ gegründeten Wochenzeitung. Der Karikaturist Hans Gerner unterstreicht ab ca. 1925 mit seinen scharfen Holzschnitten den Kurs Erich Schairers „…gegen Kirchentum, Kapitalismus, Krieg und Gewaltherrschaft, für Geistesfreiheit, Gemeinwirtschaft, Gerechtigkeit und Frieden“. Ergänzend zu den Artikeln aus der Sonntags-Zeitung – deren Autoren mit einem * gekennzeichnet sind – wurden zahlreiche im Zusammenhang mit Erich Schairer stehende, von Zeitgenossen bzw. Nachkommen verfasste Beiträge in die hier vorliegende Sammlung aufgenommen.