Marc Adolf Friedrich Edinger, der von Kindheit an immer nur „Fritz“ genannt wurde, war der älteste Sohn des Hirnforschers und Nervenarztes Ludwig Edinger und seiner Frau Anna Edinger. Seine Schwester Dora (1894–1982) heiratete den Pharmakologen Werner Lipschitz-Lindley (1892–1948), seine Schwester Tilly (1897–1967) begründete die Paläoneurologie.

Edinger studierte Medizin und wurde 1913 in Heidelberg promoviert. Seine Doktorarbeit trug den Titel: „Die Leistungen des Zentralnervensystems beim Frosch, dargestellt mit Rücksicht auf die Lebensweise des Tieres“. 

1914 heiratete Fritz Edinger die Historikerin Dora Meyer, die ihrerseits 1912 an der Universität Heidelberg im Fach Geschichte mit einer Arbeit über „Das öffentliche Leben in Berlin im Jahr vor der Märzrevolution“ promoviert wurde. Das Paar hatte drei Söhne, der erstgeborene Sohn starb jedoch bereits wenige Tage nach der Geburt.

Im Ersten Weltkrieg wirkte Fritz Edinger als Militärarzt, Er wurde bei einem Gasangriff verwundet und behielt ein dauerhaftes Nervenleiden zurück. Das Ehepaar Edinger wirkte im Umfeld des Freien Jüdischen Lehrhauses in Frankfurt und in der jüdischen Loge B’nai B’rith. 

1924 erlangte Edinger zusätzlich die Promotion im Fach Soziologie mit einer Arbeit über „Beiträge zur Theorie der Volkswirtschaftspolitik.“ Er gab die Buchreihe „Lebendige Wissenschaft“ heraus, war Korrespondent der „Heilbronner Sonntagszeitung“ und engagierte sich in der Frankfurter SPD. Als Arzt praktizierte er kaum. In Frankfurt wohnte er im Haus Gärtnerweg 55, das seit 1939 jedoch nur noch formal sein eigenes Haus war. Bis Ende 1939 musste Edinger 16.460,77 RM als „Judenvermögensabgabe“ leisten.

Dora Edinger konnte 1936 mit dem jüngsten Sohn in die USA fliehen, dem älteren Sohn gelang die Flucht nach Palästina.

Am 15. Dezember 1941 wurde Fritz Edinger auf offener Straße verhaftet. Weil er offensichtlich als psychisch krank angesehen wurde, kam er aus dem Strafgefängnis Preungesheim in die Frankfurter Universitäts- und Nervenklinik und später in die Israelitische Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke Bendorf-Sayn bei Koblenz. Diese diente seit 1940 als zentrale Sammelstelle für jüdische Geisteskranke. Zusammen mit zahlreichen Patienten wurde Fritz Edinger im Juni 1942 nach Sobibor deportiert. Dort wurde er wahrscheinlich schon am Ankunftstag, dem 19. Juni 1942, ermordet.

Für Fritz Edinger wurde im Gärtnerweg 51 in Frankfurt-Westend ein Stolperstein verlegt. (siehe: https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=1907322&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=28931513)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Edinger

Am 3. August 2026 waren 70 Jahre seit dem Tod des Journalisten und Zeitungsherausgebers Erich Schairer im Schorndorfer Krankenhaus vergangen. Anlass, um die hier vorliegende, vor bald 30 Jahren begonnene Internetpräsenz etwas aufzufrischen. Hier publiziert sind Beiträge aus der 1920 von Erich Schairer in Heilbronn zunächst als „Die Heilbronner Sonntags-Zeitung“ gegründeten Wochenzeitung. Der Karikaturist Hans Gerner unterstreicht ab ca. 1925 mit seinen scharfen Holzschnitten den Kurs Erich Schairers „…gegen Kirchentum, Kapitalismus, Krieg und Gewaltherrschaft, für Geistesfreiheit, Gemeinwirtschaft, Gerechtigkeit und Frieden“. Ergänzend zu den Artikeln aus der Sonntags-Zeitung – deren Autoren mit einem * gekennzeichnet sind – wurden zahlreiche im Zusammenhang mit Erich Schairer stehende, von Zeitgenossen bzw. Nachkommen verfasste Beiträge in die hier vorliegende Sammlung aufgenommen.