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Gleichheit
Kein politisches Schlagwort muß sich gröbere Mißverständnisse und dümmere Ausdeutungen gefallen lassen, als die alte demokratische Forderung — oder Behauptung — der Gleichheit aller Staatsbürger.
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Frau Momm
— Jg. 1930, Nr. 12 — Ihr Mann ist in Potsdam Regierungspräsident,Justizrat ist ihr Herr Schwager, ihr Schwiegersohn gar ist Ministerialdezernentaus mächtig feudalem Lager.Wie Sie sehen, gehört die gute Frau Mommzu den allerbesten Kreisen.Die Dame ist überdies kolossal fromm,so fällt es nicht schwer, zu beweisen,daß sie das mit dem fraglichen Silbergeschirrnicht aus gemeinen Motiven gemacht,sondern…
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Die Miekrigen
Am armen Mann lernen nicht nur die Frisöre, sondern auch die Juristen ihr Handwerk. Man höre sich mal ein paar Tage lang in unseren Gerichtssälen die kleinen und kleinsten „Fälle“ an (die fast durchweg der allmählich beängstigenden Flut der Eigentumsdelikte angehören), und man wird nicht nur über die arrogante Weltfremdheit junger Staatsanwälte staunen können…
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Durchs Fegefeuer
Die sozialistische Wirtschaft, heißt es, wird für den Bedarf produzieren, nicht für den Markt. Sie wird planmäßig und gleichmäßig ablaufen, nicht chaotisch und ruckweise. Nicht der beliebige Einzelne, weder als Unternehmer noch als Händler noch als Kunde, wird in ihr das Wort haben…
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Bedarf und Bedürfnis
So, so: im Reichsministerium des Innern wird wieder einmal eine Denkschrift ausgearbeitet. Über die „Gründe des Geburtenrückgangs“. Sehr interessant. Ja, was mag der wohl für Gründe haben?
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Vereinsleben
Wir feiern gegenwärtig wieder ein bißchen viel Feste, trotzdem wir „durch und durch verarmt“ sind. Dabei ist ein sehr munter bewegtes Vereinsleben zu konstatieren. Das ganze Volk scheint sich manchmal in Vereine aufgelöst zu haben.
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Unterschiede
Wenn deutsche Kapitalisten mit französischen und englischen zusammenkommen, um neue Verdienstmöglichkeiten auszuknobeln, dann ist das im Interesse des „Vaterlandes“. – Wenn deutsche Pazifisten nach Frankreich gehen, um unter Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit Fäden der Verständigung zu knüpfen, dann ist das nationale Würdelosigkeit.
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Die Wehrfrage
Die große Politik aller Länder kreist immer deutlicher um den Mittelpunkt der Wehrfrage. Die Rechtsparteien, die unbedingte Anhänger der Wehrhaftigkeit sind, haben das längst erkannt. Die Linksparteien haben es entweder noch nicht erkannt, oder sie haben sich gescheut, die Frage anzuschneiden…
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Die Versöhnung
Die Verständigung mit Frankreich unter ausdrücklichem Verzicht auf Elsaß-Lothringen, die jetzt unter der Präsidentschaft Hindenburgs von einer deutschnationalen Regierung betrieben wird, hätte schon ein paar Jahre früher an die Spitze unseres außenpolitischen Programms gehört.
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Pazifismus tut not
Das Wort Pazifismus hat nirgends einen schlechteren Klang als in Deutschland. Schlaue behaupten, es käme von der Einseitigkeit der deutschen Pazifisten. Ach nein; die Abneigung liegt begründet in der deutschen Mentalität der wilhelminischen Ära.
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Gedenkfeiern
Gedenktage sind Meilensteine auf dem weiten Weg der Vergeßlichkeit und Gedankenlosigkeit. Heute ist wieder ein solcher; und es ist nicht zu bezweifeln, daß er „würdig“ und im gewissen Sinne „erhebend“ verlaufen wird. Denn je mehr wir uns von dem „großen Geschehen“ entfernen, desto eher hat die vaterländische Rhetorik Aussicht, das Gedächtnis zu besiegen.
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Deutsches Gespräch
Hallo, sieht man Sie auch mal wieder? Wie geht’s? Wie steht’s? Machen Se Geschäfte? … Die heutigen Zustände, meinen Sie. Nun ja, politisch, aber sonst … Sie verstehn mich schon. Bringt sich natürlich kaum durch … Ober, die Weinkarte! …
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Die demokratische Republik
Also, das ist ganz famos! Die Republik zieht immer weitere Kreise. Der Gedanke des Volksstaates ist auf der ganzen Linie im Sieg begriffen. Es häufen sich die Fälle, wo republikanische Verordnungen ohne monarchistische Ausführungsbestimmungen ins Land hinausgehen. Neulich soll sogar in Geheimratsvorzimmern die Anschaffung weiterer republikanischer Dienststempel…
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Die Regierung soll…
Je unhaltbarer die Zustände bei uns in Deutschland werden, je mehr ertönt der Angstruf: die Regierung soll. Es ist immer dasselbe. Die eigene Initiative wünscht man ersetzt durch eine Verfügung. Wenn die Not am größten, ergibt man sich vertrauensvoll nach lieber alter Gewohnheit denen da droben, die schon alles regeln und in Ordnung bringen werden.
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Unsere Schuld
„Wir“, denen diese Zeilen gelten, das ist ein sehr erheblicher Teil des gebildeten deutschen Mittelstandes. Wenn wir am Jahrestage der deutschen Revolution darnach gefragt haben, was aus den „Revolutionserrungenschaften“ geworden ist, so hat die Antwort nur lauten können: nichts.
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Halbheiten
Der Kompromißler beherrscht heute die Situation. Wrr haben die Zeit der Halbheiten. Zwar konstatiert man an der Öffentlichkeit einigen Radikalismus, aber bei näherem Zusehen ist es nicht so schlimm; es ist meist nur ein Radikalismus der Worte.
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Das Kommis-Deutschland
Wir sind vom Krieg zum Frieden gekommen. Wir haben zwangsläufig die Monarchie mit der Republik vertauschen müssen. Der „Vaterländische Unterricht“ wird als Propaganda für die „deutsche Kultur“ weitergeführt. Die Durchhalte-Parole hat dem Aufbaugestammel weichen müssen.
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Mein Programm
Das arme deutsche Volk ist durch die Borniertheit und Leichtfertigkeit einer Regierung, die seinem Erleben und Erleiden fremd und verständnislos gegenüberstand, in einen unglückseligen Krieg hineingerissen worden.
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Die Nationalsozialisten
Schlagt die Juden und Franzosen tot! So heißt das Evangelium dieser beschränktesten aller Nationalisten. Und sie verstehen es vortrefflich, dafür Stimmung zu machen.
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Deutscher Frühling
Aber der „teutsche“ Spießer, zerrüttet von Revolution, Demokratie und Schicksal, gruppiert sich trauernd um das Grab eines verstorbenen Militarismus und pflanzt in den lachenden Frühling hinein mit liebenden Händen die Blümchen seiner alldeutschen Hoffnungen.
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Vor der Wahl – Eine Rede an Sozialdemokraten
Parteigenossen! Es ist nun mit der Wahl der Augenblick wieder da, der euch eine politische Entscheidung in die Hand legt, die Entscheidung darüber, was in Zukunft aus der Sozialdemokratie werden soll. Und es kommt nun alles darauf an, daß ihr den ernstlichen Willen habt, das gut zu machen, was ihr im vergangenen Jahr schlecht gemacht…
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Verhandlungen des Reichstags
Die Stenografischen Berichte über die Verhandlungen des Norddeutschen Bundes, des Zollparlaments und des Reichstags liegen in gedruckter Form kontinuierlich von 1867 bis 1942 in 527 Bänden vor. Sie stellen eine der wichtigsten Quellen zur neueren deutschen Geschichte dar…
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Mörderische Statistik
[15.02.2016] Emil Julius Gumbel hat um 1920 politisch motivierte Morde untersucht und stellte fest: Die Justiz ist auf dem rechten Auge blind. Mehr als 350 rechtsextremen Morden standen rund 20 linksextreme gegenüber. Linke Täter bekamen Todesurteile, rechte im Schnitt nur vier Monate Haft. Sein Buch wurde von den Nazis verbrannt, jetzt ist es wieder da.
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Historische Zeitungsartikel der FAZ
[4.8.2014] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges historische Zeitungsausgaben als e-Paper. Auf ihrer Webseite kommentiert die F.A.Z. die Sammlung ihrer früheren Zeitungsausgaben: „Die Frankfurter Zeitung vor 100 Jahren. Nach dem Attentat von Sarajevo vor 100 Jahren ahnt zunächst kaum jemand etwas von einem heraufziehenden Weltkrieg. Folgen Sie den Entwicklungen aus…
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Aus dem Leben eines Fabeltiers
Es gibt gute Gründe, sich mit diesem „Fabeltier unserer Zeit“ (J. Daniel Chamier) auseinanderzusetzen. Erstens bildet seine eigenartige Persönlichkeit ein faszinierendes Rätsel für sich. Sodann regierte Wilhelm II. über den mächtigsten und dynamischsten Staat Europas, und zwar dreißig Jahre lang…
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Fritz Edinger
Marc Adolf Friedrich Edinger, der von Kindheit an immer nur „Fritz“ genannt wurde, war der älteste Sohn des Hirnforschers und Nervenarztes Ludwig Edinger und seiner Frau Anna Edinger. Seine Schwester Dora (1894–1982) heiratete den Pharmakologen Werner Lipschitz-Lindley (1892–1948), seine Schwester Tilly (1897–1967) begründete die Paläoneurologie. Edinger studierte Medizin und wurde 1913 in Heidelberg promoviert. Seine Doktorarbeit trug den Titel: „Die Leistungen des Zentralnervensystems beim Frosch,…
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Ein Geheimplan für den Zweiten Weltkrieg
War der Angriffs- und Vernichtungskrieg der Wehrmacht das Finale einer seit Mitte der 1920er Jahre von der Reichswehrführung geplanten und vorbereiteten militärischen Revanche?
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Christian Friedrich Daniel Schubart als politischer Journalist
Der Gegenstand der Schairerschen Doktorarbeit ist Schubarts „Deutsche Chronik“, die ihrem Verfasser die zehnjährige Haft auf dem Hohenasperg eingetragen hat. Schairer untersucht darin die Gründe, aus denen die politischen Ideen und Bewegungen in Frankreich und Nordamerika während der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts in Deutschland zwar von einzelnen literarisch ergriffen wurden, aber nicht in die…
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Wehrpflicht und Nährpflicht
s ist ganz richtig, daß die allgemeine Wehrpflicht ein alter demokratischer Gedanke ist, mag er im wilhelminischen Deutschland durch Offiziersprivileg und Soldatenschinderei noch so sehr entstellt worden sein. Geht einmal in die Schweiz, die ihm ihre Existenz verdankt…
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Gedenkblatt für Erich Schairer
[1967] Es sind nun schon mehr als elf Jahre, daß wir Erich Schairer auf dem Stuttgarter Waldfriedhof das letzte Geleit gaben. Unser Kreis alter Blaubeurer Seminaristen aus den Jahren 1903/05 ist seitdem kleiner geworden…
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Sprachliche Vermahnung
Sagen Sie nicht Großteil, sondern großer Teil, nicht Frischfische und Frischmilch, sondern frische Fische und frische Milch. Und zwar nicht ab sofort, sondern von jetzt an, also vom 21. September an, nicht ab 21. September…


